Mehr Zeit und Nähe für Patientinnen und Patienten mit Demenz oder Delir

02.01.2026

Neu im Sankt Vincentius Krankenhaus: ein Team für Patienten mit kognitiven Einschränkungen

Seit Oktober gibt es im Sankt Vincentius Krankenhaus das Team für Patienten mit kognitiven Einschränkungen (TKE). Mit zwei neu eingestellten Kolleginnen baut das Krankenhaus seine geriatrische Kompetenz weiter aus und setzt gezielt auf eine besonders individuelle, wertschätzende Betreuung von Patientinnen und Patienten mit kognitiven Einschränkungen, z.B. mit Demenz oder Delir.

Rund 30 bis 40 Prozent der über 65-Jährigen entwickeln während eines Krankenhausaufenthaltes ein Delir, etwa infolge einer Operation. Dabei handelt es sich um einen akuten, meist vorübergehenden Zustand mit Symptomen wie Halluzinationen, Wahrnehmungsstörungen sowie einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus. Während hypoaktive Patienten meist in sich gekehrt und kaum ansprechbar sind, sind Patienten mit einem hyperaktiven Delir für Pflegekräfte und Therapeuten oftmals sehr herausfordernd. Ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit des Teams für Patienten mit kognitiven Einschränkungen liegt daher nicht nur auf der Betreuung von Delir-Patienten, sondern auch auf der Delir-Prophylaxe.

Aber auch die Begleitung von Patientinnen und Patienten mit Demenz, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, gehört zu den Aufgaben des neuen Teams. Mit beiden Patientengruppen können die beiden Kolleginnen Elisabeth Lambert (57), und Susanne Bauer (54) gut umgehen. Denn beide sind seit Jahrzehnten in der Pflege tätig und haben spezielle Zusatzausbildungen in der Geriatrie.

„Die zentral Frage unserer Arbeit ist: Wie kann ich eine Patientin oder einen Patienten erreichen, damit er gut durch den Krankenhausaufenthalt kommt?“ erläutert Elisabeth Lambert ihre Arbeit. Um diesen ganz individuellen Zugang zu einem Patienten zu finden, gibt es viele Möglichkeiten. Zum einen werden gezielt die Sinne angesprochen – etwa durch Aromatherapie, Musik oder vertraute Gegenstände von zuhause wie Decken, Kissen, Fotoalben oder persönliche Erinnerungsstücke. Auch eine geliebte Puppe oder Teddy können dabei helfen, dem Patienten in einem für ihn ungewohnten Krankenhausalltag Sicherheit zu vermitteln. Daher spielen auch Angehörige eine wichtige Rolle. Das TKE bindet sie aktiv ein, stellt bei Bedarf auch den telefonischen Kontakt für die Patienten her und bittet sie, persönliche Dinge oder Bilder von zuhause mitzubringen. 

„Um eine Patientin oder einen Patienten zu erreichen, ist die Biografie Arbeit besonders wichtig“, so Bauer. „Wie ist der Patient aufgewachsen? In welchem Umfeld hat er gelebt? Welchen Beruf hat er ausgeübt? Dieses Wissen der Angehörigen hilft uns enorm, um den kranken Menschen besser zu verstehen und individuell zu begleiten.“

Manchmal entstehen Zugänge auch auf ungewöhnlichen Wegen: So war es bei einer Patientin erst möglich, Kontakt aufzubauen, als gemeinsam alte Weihnachtslieder gesungen wurden. Doch so unterschiedlich ihre Patienten auch sind, die Grundlage ihrer Arbeit ist bei allen Patienten gleich, betont Lambert: Eine wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe, bei der sich das Team bewusst Zeit nimmt und intensiv auf die einzelnen Bedürfnisse eingeht.

Der Arbeitsalltag im TKE beschreiben beide als sehr abwechslungsreich. Manchmal genügt es bereits, den desorientierten Patienten bei einem kurzen Besuch wieder zu „verorten“, indem Orientierung zu Ort und Zeit gegeben wird. Es kann jedoch auch vorkommen, dass der Kontakt zu einem Patienten länger und auch wiederholend stattfindet. Wichtig ist, dass sich das Team mit allen anderen Berufsgruppen im Haus – darunter Pflege, Ärzte, Logopädie, Ergotherapie Physiotherapie, Psychologen, Sozialdienst und Seelsorge  – austauscht. Das TKE ist auf allen Stationen im Haus im Einsatz, insbesondere jedoch auf Station 4, wo schwerpunktmäßig geriatrische Patientinnen und Patienten behandelt werden. Daher auch die besonders enge Zusammenarbeit mit Petra Lehmann (58), der Geriatriekoordinatorin und Praxisanleiterin im Sankt Vincentius Krankenhaus.

„Wir möchten das Licht im Herzen des Menschen erreichen“, beschreibt Elisabeth Lambert den eigenen Anspruch. Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen – denn je zufriedener und sicherer sich ein Patient fühlt, desto größer ist auch der Behandlungserfolg.

Mit dem Team für Patienten mit kognitiven Einschränkungen stärkt das Sankt Vincentius Krankenhaus nachhaltig seine geriatrische Versorgung und unterstreicht seinen Anspruch, Medizin und Pflege menschlich, individuell und mit Herz zu gestalten.

Kontakt

Krankenhaus Sankt Vincentius Krankenhaus
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Andrea Brönner

Telefon:
06232 133-284

E-Mail:
presse@vincentius-speyer.eu


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