Interview mit Dr. Martin Sturm und Johannes Jungbecker

18.08.2026


Leitender Oberarzt, Leiter Endoprothetik

Dr. med. Martin Sturm

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit spezieller Unfallchirurgie


Oberarzt

Johannes Jungbecker

Facharzt für Anästhesie
Intensivmedizin
Notfallmedizin
Palliativmedizin

Huch ein Bruch?! Kinderunfälle verstehen und versorgen

Verletzungen zählen nach wie vor zu den häufigsten Gründen, weshalb Kinder und Jugendliche ärztlich behandelt oder stationär aufgenommen werden. Die meisten Unfälle ereignen sich nicht im Straßenverkehr, sondern im Alltag – insbesondere im häuslichen Umfeld, in Schulen, auf Spielplätzen sowie beim Sport und in der Freizeit.

Frage: Dr. Sturm, was können Eltern nach einem Unfall zunächst tun?
Sturm:  Das Wichtigste ist, Ruhe zu bewahren. Die verletzte Stelle kühlen, Blutungen sollten gestillt und ein verletzter Arm oder ein Bein ruhiggestellt werden. Bei starken Schmerzen oder dem Verdacht auf einen Bruch sollte das Kind ärztlich untersucht werden.

Frage: Und wann ist eine sofortige Behandlung im Krankenhaus notwendig?
Sturm: Bei Bewusstseinsverlust, wiederholtem Erbrechen nach einer Kopfverletzung, offenen Brüchen, starken Fehlstellungen, Atemnot oder starken Blutungen sollte man keine Zeit verlieren. Auch ein über längere Zeit deutlich verändertes Verhalten des Kindes ist ein Warnzeichen.

Frage: Nicht jeder Bruch muss operiert werden. Wann ist eine Operation notwendig?
Sturm: Es kommt darauf an, wie der Bruch aussieht und welches Korrekturpotenzial der Knochen besitzt. Dabei gilt: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihre Knochen wachsen noch und viele Verletzungen lassen sich ohne Operation behandeln. Bei bestimmten Verletzungen reicht beispielsweise eine Ruhigstellung. In anderen Fällen sind operative Verfahren zwingend notwendig. Grundsätzlich gilt: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Frage: Herr Jungbecker, wenn ein Kind operiert werden muss, haben viele Eltern und auch Kinder Angst vor einer Narkose Was hilft da?
Jungbecker: Wir versuchen bereits im Prämedikationsgespräch diese Angst zu nehmen. Auf dem Weg in den OP begleitet deshalb auch das Lieblingskuscheltier und wir versuchen die Kinder spielerisch und altersgerecht bis zum „Einschlafen“ zu betreuen, z.B. bastle ich gerne aus einem Handschuh einen Elefanten. Das lenkt viele ab.

Frage: Wie wird während der Narkose die Sicherheit des Kindes gewährleistet?
Jungbecker: Das Kind wird kontinuierlich von einem Anästhesisten überwacht. Er überprüft Herzfrequenz und EKG, Sauerstoffsättigung, Blutdruck und die Atmung. Auch die Temperatur wird kontrolliert, damit der kleine Körper nicht auskühlt.

Frage: Was ist Ihre wichtigste Botschaft an Eltern?
Sturm: Wenn der Unfall passiert ist und man sich vom ersten Schreck erholt hat, sollte man ein Kind lieber einmal mehr ärztlich in unserem Krankenhaus vorstellen, denn nicht jeder Bruch muss automatisch operiert werden.
Jungbecker: Und auch vor einer Narkose muss niemand keine Angst haben, denn Unfallchirurg, Anästhesist und Pflege sind im Sankt Vincentius Krankenhaus ein professionelles Behandlungsteam – auch bei kleinen Patienten.


Vortrag

Huch einn Bruch?!
Kinderunfälle verstehen und versorgen.
Donnerstag, 20.8.2026, 18 Uhr

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Sankt Vincentius Krankenhaus
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Andrea Brönner

Telefon:
06232 133-5284

E-Mail:
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