Pressemitteilungen

Ludwigshafen/ Speyer, 03.04.2012

Mehr Sicherheit in ethischen Konfliktsituationen

Krankenhäuser in Ludwigshafen und Speyer gründen gemeinsames Ethikkomitee

Das Krankenhaus Zum Guten Hirten Ludwigshafen und das St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer haben ein gemeinsames Ethikkomitee gegründet. Gemeinsamer Träger beider Häuser ist die "Krankenhausstiftung der Niederbronner Schwestern".  Am Montag fand die konstituierende Sitzung statt.

Vorsitzender des neuen Gremiums ist Dr. Jörg Breitmaier, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie im Guten Hirten, stellvertretender Vorsitzender ist Dr. Wolfgang Schell, Assistent der Geschäftsführung für beide Krankenhäuser. Neben diesen beiden sind im Ethikkomitee viele verschiedene Berufsgruppen inklusive zwei Mitglieder der Krankenhausseelsorge aus beiden Häusern vertreten. Das Komitee ist hierarchieübergreifend besetzt, was dazu beitragen soll,  dass anstehende Fragen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden können. Dies soll insbesondere das Team, das direkt und aktuell mit einem Fall befasst ist, entlasten und unterstützen.

"Fragen von ethischer Relevanz stellen sich in einem Krankenhaus immer", weiß Dr. Jörg Breitmaier. Sie treten nicht nur an der Grenze des Lebens auf, wenn es etwa darum geht, ob lebenserhaltende Maßnahmen ergriffen werden, sondern in vielen Situationen. Er nennt als ein Beispiel den Konflikt zwischen dem Willen eines Patienten, etwa auf eine Entlassung aus der Klinik, und der Fürsorgepflicht eines Arztes, der die Entlassung nicht befürworten kann. Weitere Beispiele sind die Beratung von Angehörigen, wenn es darum geht, den mutmaßlichen Willen eines Patienten zu ermitteln, der sich selbst nicht äußern kann, oder die Frage von "Verteilungsgerechtigkeit", etwa bei der Entscheidung nach Dringlichkeit einer Behandlung oder einer aufwändigen Therapie.
Der Gründung des Ethikkomitees sind zwei gemeinsame Ethiktage der Krankenhäuser vorausgegangen. Referentin war dabei Dr. Beate Herrmann. Die promovierte Philosophin ist Ethikberaterin am Universitätsklinikum Heidelberg und begleitet das neu gegründete Gremium zu Beginn. Ziel einer klinischen Ethikberatung ist ihrer Ansicht, dass ethische Problemlagen kompetent und lösungsorientiert bearbeitet werden können. Sie sieht Ethikberatung als eine wissenschaftliche Disziplin an, in der bestimmte Werte betrachtet und gegenüber gestellt werden und das Ergebnis mehr ist als "ein bestimmtes Bauchgefühl".
Vorerst will sich das Komitee viermal jährlich treffen. Am Anfang der Arbeit wird stehen, Themen zu sammeln, oder für immer wiederkehrende Fragen Richtlinien zu entwickeln. Außerdem will das Komitee Fallbesprechungen vorbereiten, die es im Klinikalltag schon immer gab und auch weiterhin geben wird. Aber künftig können für solche Fallbesprechungen auch Moderatoren zur Seite gestellt werden, wenn das gewünscht ist. Auch die Fortbildung in ethischen Fragen wird eine Aufgabe des Ethikkomitees sein.

 

Speyer, 25.03.2012

90 neue Fernseher für das St.-Vincentius-Krankenhaus

Am 30. April 2012 ist es soweit: das analoge Fernsehen via Satellit wird deutsch-landweit abgeschaltet. Ab diesem Zeitpunkt bleiben alle analogen Empfänger schwarz.
Seit über 20 Jahren wird im St.-Vincentius-Krankenhaus das Fernsehprogramm kostenlos angeboten. Und auch alle in den letzten Jahren neu eingerichteten Räume sind bereits mit modernen Flachbildfernsehern ausgestattet. Damit jedoch alle Patientinnen und Patienten nahtlos im digitalen Zeitalter ankommen, läuft derzeit eine große Umstellungsaktion mit über 90 Neu-Geräten. „Zuerst werden alle analo-gen Röhren-Fernseher in den Zimmern gegen neue Flachbildgeräte ausgetauscht“, erklärt Friedel Störtz vom Störtz-Electronic-Service-Center, der die Umstellung im St.-Vincentius-Krankenhaus koordiniert. „Das dauert zirka 10 Tage. Alle Geräte werden zunächst wie ihre Vorgänger programmiert. Denn erst wenn alle Zimmer umgerüstet sind, können die analoge Leitung abgeschaltet und die Fernseher neu programmiert werden.“ Geplant ist das bis Anfang April, sodass keiner etwas von der „Abschaltung“ bemerkt. Den Patienten werden künftig, natürlich weiterhin kostenlos, 18 Programme zur Verfügung stehen, das sind 7 mehr als bisher.

Speyer, 30.11.2011

„Herz unter Druck“

Schwerwiegende Folgen von Bluthochdruck sind vermeidbar

„Kennen Sie Ihren Blutdruck?“ lautete die Frage, mit der Walter Schmitzer, ehrenamtlicher Beauftragter der Deutschen Herzstiftung e.V. in Speyer, am 30.11.2011 den Vortragsabend im St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer eröffnete. Die diesjährige Kampagne der Deutschen Herzstiftung hatte zum Ziel, Menschen für ihren Blutdruck zu sensibilisieren und über gefährliche (Langzeit-)Folgen von Bluthochdruck zu informieren.

Über achtzig Interessierte und Betroffene nahmen das Angebot im St.-Vincentius-Krankenhaus wahr und erlebten zwei spannende Vorträge. Chefarzt der Inneren Medizin Dr. Hans-Jörg Meier-Willersen berichtete über Grundlagen und Hintergründe von hohem Blutdruck und ging besonders anschaulich auf unterschiedliche Arzneimittelgruppen und -kombinationen sowie mögliche Neben- und Wechselwirkungen der gängigen Blutdruckmedikamente ein. Lungenfacharzt und Schlafmediziner Dr. Oliver Jung erläuterte im Anschluss daran die den meisten Zuhörern völlig unbekannten Zusammenhänge zwischen Schlafatemstörungen wie unregelmäßiges Schnarchen oder Atempausen und der Hochdruckkrankheit.

Die Rate der Hochdruckpatienten liegt seit den 1980er Jahren in den Industrienationen konstant hoch und steigt mit zunehmendem Alter deutlich. Zurückzuführen ist das häufige Auftreten besonders auf unseren Lebensstil, der meist zu wenig Bewegung und nicht angepasste Ernährung beinhaltet. Unerkannter Bluthochdruck kann zur Entstehung schwerwiegender Folgen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt aber auch Nierenschwäche und Augenleiden beitragen.

 

Speyer, 05.10.2011

Darm-OPs im St.-Vincentius-Krankenhaus: Auch im Notfall alle Vorteile

Beeindruckt zeigte sich das Fachpublikum aus niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Vorstellung der hauseigenen Studienergebnisse zum Thema „Fast track“ in der Darmchirurgie am Mittwoch Abend im St.-Vincentius-Krankenhaus. Bereits seit 2004 wird das moderne Behandlungskonzept hier erfolgreich umgesetzt.

Wörtlich übersetzt heißt Fast track „schnelle Schiene“. Das Konzept hat zum Ziel, die Gefahr von Komplikationen um eine Operation herum so gering wie möglich zu halten. Außerdem erfolgt die Erholungsphase nach einem Eingriff nachweislich schneller und läuft für die Patienten in Bezug auf Schmerzen, Verdauungsprobleme und allgemeine Komplikationen deutlich komfortabler ab. Verschiedene Module, wie der Einsatz spezieller Schmerzkatheter, eine gezielt schonende Operationstechnik sowie frühe Mobilisation wirken zusammen und werden in Teamarbeit zwischen Ärzten verschiedener Fachabteilungen, Pflegenden und Physiotherapeuten umgesetzt.
Noch vor wenigen Jahren erlebten Patienten vor- und nach einer Darmoperation lange Phasen ohne Nahrung. Heute weiß man, dass die Genesung durch die schnelle Wiederaufnahme der normalen Ernährung nicht nur Vorteile für die Heilung der Operationsnähte oder die Verdauungsfunktion bringt. Auch die allgemeine Kraft und Leistungsfähigkeit wird nicht so stark beeinträchtigt, wie das ohne „Fast track“ der Fall war. Der „lähmenden Müdigkeit“ nach Operationen (= postoperative Fatigue), die Patienten noch bis zu drei Monate nach dem Krankenhausaufenthalt beschreiben, kann durch das Zusammenspiel aller Mechanismen von Fast track entgegengewirkt werden.
Anlass für den Vortragsabend waren neue Ergebnisse der im St.-Vincentius-Krankenhaus durchgeführten Studien. Alle bisherigen Forschungsarbeiten zu Fast track hatten sich ausschließlich mit geplanten Operationen befasst, denn nur unter geplanten und entsprechend „sicheren“ Bedingungen werden in der Regel die Module von Fast track umgesetzt. Das Team im St.-Vincentius-Krankenhaus um Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie Dr. Johannes Winter und Chefarzt der Anästhesie Dr. Klaus-Peter Wresch erfasst bereits seit Beginn der Umstellung auf Fast track alle Operationsergebnisse – auch die von Notfällen – in einer prospektiven Beobachtungsstudie (mittlerweile über 800 Patienten). Von Beginn an waren sich die Ärzte einig, dass alle Patienten von möglichst vielen Vorteilen der neuen Erkenntnisse (z.B. eine statistisch deutliche Senkung des Sterberisikos) profitieren sollen. So wird in jedem Einzelfall und eben auch bei Notfällen abgewogen, welche Module des Konzeptes ohne Risiko eingesetzt werden können. Mittlerweile ist die Datenlage eindeutig und beweist, dass das Fast track-Konzept auch für die Notfallchirurgie geeignet ist.
Nicht im Vordergrund steht im St.-Vincentius-Krankenhaus dabei die Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes. Alle operierten Patienten sollen ihre Selbstständigkeit und Selbstbestimmung so schnell wie möglich wieder erlangen. Mit ihnen gemeinsam wird in jedem Einzelfall entschieden, wie lange sie stationär behandelt werden  (in der Regel sind das zwischen 5 und 15 Tage nach der Operation). Die Vorstellung der Studienergebnisse für die Speyerer Bevölkerung ist für 2012 geplant. Falls Sie Fragen zum Thema Fast track haben, wenden Sie sich gerne an die Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie unter der Telefonnummer 06232-133-370.

 

 

Über das bestandene Examen können sich in diesem Jahr freuen: Marc Andreas, Beste Aydogmus, Laura Beiner, Tobias Brandenburger, Kelly Feuerbach, Neslihan Gökcen, Anne-Kathrin Halter, Kristine Hery, Anne Hilzendegen, Nicole Jemba, Darja Jurgenson, Lisa Löchel, Madeleine Mappes, Patricia Mayer, Jessica Müller, Tanja Netter, Corina Petrantonakis, Franziska Rech, Samina Ruhig, Nadja Schmunk, Kursleitung: Mathias Adam

Speyer, 09.08.2011

„Pflegenotstand? Nicht mit uns!“

Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am St.-Vincentius-Krankenhaus verabschiedet 20 motivierte Absolventen

Unermessliche Hochrechnungen beschäftigen Deutschland derzeit bezogen auf den steigenden Bedarf an Pflegefachkräften für die kommenden Jahre und Jahrzehnte. Von über 60 000 offenen Stellen bis 2020 ist teilweise zu lesen. Wachsenden Zahlen von pflegebedürftigen Menschen stehen immer weniger Nachwuchspflegende gegenüber. Und während politisch noch heiß diskutiert wird, ist die Realität in den Bereichen der Gesundheitsversorgung, vom Akutkrankenhaus über die ambulante bis zur stationären Altenpflege, bereits angekommen. Das Ringen um qualifizierte Gesundheits- und Krankenpfleger/ -innen sowie Altenpfleger/ -innen hat längst begonnen. Vorbei die Zeiten, in denen Absolventen aus Pflegeberufen um einen Arbeitsplatz bangen mussten.

So konnten die frisch examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger/ -innen bei der Übergabe ihrer Abschlusszeugnisse durch den Prüfungsvorsitzenden Karl-Heinz Knoche am 9. August auch überglücklich strahlen. Die drei Jahre langes Lernen und Üben haben sich für alle bezahlt gemacht - alle Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer haben die Prüfung bestanden.

Seit 1952 werden im St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer Pflegefachkräfte ausgebildet. Über 1000 Absolventen sind aus der hauseigenen Schule für Gesundheits- und Krankenpflege hervorgegangen. Und viel hat sich in der Zeit getan. Z.B. wurden die Möglichkeiten für eine Spezialisierung nach der Grundausbildung immer Vielseitiger. Alleine die sechs Schülerinnen, die 2011 im Vincenz bzw. dem Krankenhaus Zum Guten Hirten, Oggersheim (in gleicher Trägerschaft) bleiben, haben sich für ganz unterschiedliche Bereiche entschieden. Tanja Netter und Samina Ruhig wollen sich in das Intensivfach einarbeiten, Kristine Hery und Corina Petrantonakis dagegen interessieren sich für die psychiatrische Pflege. Aber auch die Arbeit auf allgemeinen Pflegestationen des Krankenhauses bietet spannende Möglichkeiten. So wird Darja Jurgenson künftig das Team einer unfallchirurgisch-orthopädischen Station verstärken während Neslihan Gökcen sich derzeit in der Inneren Medizin am wohlsten fühlt. „Und wenn ich dann genug Berufserfahrung gesammelt habe, kann ich ja immer noch studieren…“ lacht eine der Schülerinnen fröhlich.

Doch vor dem Ernst des Lebens wurde heute nach einer praktischen sowie jeweils drei schriftlichen und mündlichen Prüfungen erst einmal gefeiert: Zunächst lud die Krankenhausleitung am späten Nachmittag zu einem festlichen Buffet in die Aula ein. Der Abend klang dann gemütlich auf der von den Absolventen selbst organisierten Examensparty in einer Gaststätte in Speyer aus.

Mit 26 Teilnehmern startet ab dem 1. September ein neuer Kurs in das 60. Jubiläumsjahr der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege.
Bei Interesse an einer Ausbildung ab September 2012 richten Sie bitte Ihre schriftliche Bewerbung an: Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am St.-Vincentius-Krankenhaus, Holzstraße 4a, 67346 Speyer. Über Aufnahmevoraussetzungen können Sie sich hier informieren.

 

 

Speyer, 01. Juli 2011

Neues Weaning-Zentrum Speyer am St.-Vincentius-Krankenhaus

Feldwebel a. D. Harald Hessel hatte im Sicherheitsdienst seiner Kaserne 48 Mann unter sich gehabt und war es gewohnt, den Ton an zu geben. Umso schwerer fiel es ihm schon mit 57 Jahren in den Frühruhestand zu müssen, weil Herz und Lunge nicht mehr mitspielten. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) lautete die Diagnose, die ihm nach und nach den Atem raubte. Trotz der Schwere seiner  Erkrankung konnte er jedoch seinen Alltag gut meistern. Er war in seiner Wohnung in der Nähe von Darmstadt mobil, konnte Treppen steigen und seinem Hobby nachgehen – Computer zusammenbauen und programmieren.

Erst eine Blinddarmentzündung wurde ihm zum Verhängnis. Er hatte die Bauchschmerzen zu lange nicht ernst genommen und wollte auch partout nicht in ein Krankenhaus. Eine Not-Operation rettete ihn schließlich nach einem Blinddarmdurchbruch.

Die OP gut überstanden verlief zunächst alles normal, bis eines Nachts dann Magensäure in seine Atemwege und in seine Lunge geriet und das Gewebe dort verätzte. Seine ohnehin stark eingeschränkte Lungenfunktion  verschlechterte sich so, dass er an ein Beatmungsgerät musste. Zwei mal wurde der 65jährige auf der Intensivstation wieder belebt. Durch seine Vorerkrankung schien es unmöglich, ihn je wieder von der künstlichen Beatmung entwöhnen zu können. Er wurde immer schwächer und hatte innerlich bereits resigniert, wie Harald Hessel rückblickend zugibt.

Der Fachbegriff für die Entwöhnung von der künstlichen Beatmung durch Geräte lautet „Weaning“. Problemlos läuft dieser Prozess in der Regel, wenn die Phase der künstlichen Beatmung nur kurz ist, z.B. während oder nach einer Operation oder wenn die Haupterkrankung nicht die Lunge betrifft. Eine große Herausforderung stellt die Beatmungsentwöhnung dagegen bei Patienten dar, die entweder sehr lange künstlich beatmet waren oder bereits vor der Beatmung eine gestörte Lungenfunktion hatten. Spezielle Geräte müssen dann eingesetzt werden, die durch oft tägliche Veränderung der Einstellungen die Spontanatmung der Patienten nach und nach immer weniger unterstützen. Der eigene Atemantrieb muss Schritt für Schritt wieder normalisiert werden und das oft über mehrere Wochen hinweg.
Neben der Atmung sind durch langwierige, schwere Krankheitsphasen meist auch andere Körpersysteme betroffen. Muskeln bauen sich ab, Gelenke versteifen, das Schlucken und damit auch die Nahrungsaufnahme fällt durch die Kanüle in der Luftröhre schwer, häufig arbeiten die Nieren nicht mehr normal. Die Patienten sind allgemein sehr geschwächt. Hinzu kommt die psychische Belastung, wie auch Harald Hessel eindrücklich berichtet. Irgendwann sei ihm jede Bewegung zu viel gewesen, er fühlte sich ausgeliefert. Am liebsten hätte er einfach aufgegeben und wäre in Ruhe gestorben. Doch dagegen hatte seine Frau etwas, die trotz des harten Winters jeden zweiten Tag die lange Fahrt nach Speyer auf sich nahm, um ihren Mann zu besuchen. In das neu eingerichtete Weaning-Zentrum Speyer am St.-Vincentius-Krankenhaus hatten seine behandelnden Klinik-Ärzte ihn verlegt, nachdem auf seiner Heimatintensivstation alle Versuche der Beatmungsentwöhnung fehlgeschlagen waren. Die Alternative wäre eine Entlassung mit Beatmungsgerät gewesen, eine so genannte Heimbeatmung. Er wäre fortan ans Bett gefesselt gewesen - seine Prognose war schlecht.

Weaning als Spezialgebiet etabliert sich in der Medizin erst seit zirka 15-20 Jahren. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist bei der Beatmungsentwöhnung gefragt. Die Patienten brauchen insbesondere spezielle Betreuung durch Lungenfachärzte (Pneumologen), Intensivmediziner und -Pflegepersonal sowie Physiotherapeuten. Eine Vielzahl an modernen Geräten ist nötig, um den Patienten das eigenständige Atmen wieder „anzutrainieren“ und die regelmäßigen, begleitenden Kontrollen der Lungenfunktion durchzuführen. „Auf Intensivstationen eines Akutkrankenhauses ohne Weaning-Schwerpunkt ist man nicht darauf eingestellt, Patienten über Wochen hinweg nur wegen der Atemproblematik zu betreuen. Die vorhandenen Kapazitäten und geregelten Abläufe sehen vor, dass sie auf eine normale Station verlegt werden, sobald die Grunderkrankung beherrscht werden kann“ erklärt Dr. Oliver Jung, Pneumologe am Weaning-Zentrum Speyer. Vier Weaning-Plätze gibt es auf der Intensivstation im St.-Vincentius-Krankenhaus seit Oktober 2010. „Die meisten Weaning-Spezialabteilungen sind bisher an Lungenfachkliniken, wie z.B. an der Thoraxklinik in Heidelberg, angesiedelt. Unser Modell, integriert in ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung, ist in der Umgebung ein Novum“, so Jung. Die Patienten profitieren dabei von den Möglichkeiten aller Fachabteilungen des Krankenhauses gemeinsam. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit Internisten, Nierenfachärzten, Chirurgen und Urologen. So stellt die Mitbehandlung von Grund- und Nebenerkrankungen direkt vor Ort kein Problem dar. Es besteht die Möglichkeit zur Nierenersatztherapie (Dialyse) und zur chirurgischen Versorgung eventueller Druckgeschwüre (Dekubitus). Eine Verlegung von einer anderen Intensivstation zur Beatmungsentwöhnung nach Speyer kann so relativ früh im Behandlungsprozess erfolgen.

„Die Patienten brauchen besonderen Zuspruch und intensive Betreuung entlang eines strukturierten Konzeptes für alle beteiligten Berufsgruppen. Obwohl die Behandlung sehr zeitaufwendig ist, sind unsere Mitarbeiter äußerst motiviert bei der Sache“ berichtet Dr. Klaus-Peter Wresch, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin und Leiter des Weaning-Zentrums am St.-Vincentius-Krankenhaus. „Denn gerade weil Weaning-Patienten so lange auf der Station leben, bleibt Zeit eine persönliche Beziehung zu ihnen aufzubauen und sich an jedem noch so kleinen Fortschritt zu freuen.“ Die persönliche Betreuung im St.-Vincentius-Krankenhaus ist auch das, was Harald Hessel besonders beeindruckt hat. „In einigen Situationen wurde durch Ärzte und Schwestern auch einmal Tacheles mit mir geredet. Wenn es zum Beispiel um meine fehlende Motivation zum Essen oder zum Sitzen außerhalb des Bettes ging. Doch gerade die klaren Worte in Verbindung mit der fürsorglichen Betreuung haben mich zum Nachdenken gebracht und mir gezeigt, dass es ohne meine Mithilfe nicht geht. Vor allem diese moralische Unterstützung hat mich wieder auf Vordermann gebracht.“ Nach vier Monaten in Speyer konnte Harald Hessel nach Hause entlassen werden. Eine Verschlechterung seiner Lungenfunktion zwingt ihn zwar nun dazu, in der Nacht eine Atemhilfe zu benutzen aber auch diese Weiterbetreuung und Nachsorge kann in Speyer problemlos geleistet werden – und er kommt gerne wieder.


Speyer, 11.05.2011

Neue Abteilung im St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer: Konservative Orthopädie

Speyer (kahy). Das St.-Vincentius-Krankenhaus hat zum 01. Mai sein Angebot um eine Abteilung für Konservative Orthopädie erweitert. Damit ergänzt die Speyerer Klinik das bereits vorhandene Spektrum der operativen Unfallchirurgie und Orthopädie. Das neue stationäre Therapieangebot gilt der nicht-operativen Behandlung von Patienten mit akuten und chronischen Erkrankungen im Bereich des Bewegungsapparates.

„Wir bauen ein weiteres Standbein für unser Haus auf und schließen gleichzeitig eine Versorgungslücke in der Region“, erklärt Rolf Voßhoff, Geschäftsführer der Krankenhausstiftung der Niederbronner Schwestern, Träger des St.-Vincentius-Krankenhauses Speyer. „Der Träger hat Dr. med. Djalintong Siregar zum Chefarzt der neuen Abteilung berufen. Dr. Siregar überzeugt sowohl durch seine fachliche als auch durch seine persönliche Kompetenz “, so Voßhoff. Seine Qualifikationen brachte er als Oberarzt zuletzt in den renommierten schmerztherapeutischen Zentren in Tutzing bei München und in der Rommel-Klinik in Bad Wildbad im Nordschwarzwald ein.

Ziel der neuen Abteilung im St.-Vincentius-Krankenhaus ist es, akut erkrankten aber auch chronisch schmerzkranken Menschen, bei denen im Rahmen der ambulanten Betreuung keine Besserung erreicht werden konnte, mit den Möglichkeiten einer intensivierten stationären Behandlung zu helfen. Auch bei einer ambulant nicht beherrschbaren Beschwerdeverschlimmerung kann dieser spezielle Therapieansatz neue Perspektiven bieten. So beispielsweise für Patienten mit Rücken-, Hals- oder Nackenschmerzen, therapieresistenten Gelenk- oder Weichteilschmerzen, chronischen Schmerzen nach Unfällen oder vorangegangenen Operationen wie Bandscheibenoperationen, Wirbelsäulenversteifungen oder Amputationen (Stumpf- oder Phantomschmerzen).

Das integrierte Behandlungskonzept, das der neue Chefarzt Siregar aufbaut, setzt auf interdisziplinäre Arbeit im Team. Schmerztherapeutisch spezialisierte Fachärzte, Psychologen, Physiotherapeuten, Pflegefachkräfte und Co-Therapeuten setzen die gemeinsam erstellten, individuellen Behandlungspläne um. „Bei chronischen Schmerzen bietet die interdisziplinäre Arbeit die einzige Chance, den Menschen zu helfen. Man muss über das rein medizinische Arbeiten hinausgehen und individuelle Lösungen finden“, ist für Siregar das Besondere an seiner Arbeit. Dabei gehe es darum, die Patienten ganzheitlich zu aktivieren und wieder mit ihrem Körper in Kontakt zu bringen.

„Wir wollen den Menschen die Angst nehmen sich zu bewegen - dies geschieht durch Schmerzlinderung und Therapie“, so der neue Chefarzt. Nach ausführlichen Gesprächen zu bisherigen Behandlungsverläufen und der Beurteilung der aktuellen körperlichen Situation erfolgt die Erarbeitung eines individuellen Behandlungsplanes, der dann im Team umgesetzt wird. Bewährte Methoden sind unter anderem Bewegungsprogramme und Muskelaufbau, Verhaltenstherapie, Entspannungsübungen und Einübung von förderlichen Bewegungsmustern für den Alltag. Bei Bedarf sind auch schmerzlindernde Interventionen möglich, bei denen Schmerzrezeptoren mittels Lokalanästhesie gezielt ausgeschaltet werden können. In Abhängigkeit vom Beschwerdebild dauert ein stationärer Aufenthalt in der Regel etwa zwei Wochen.

Pünktlich zum Abteilungsstart konnte auch die frisch sanierte und komplett modernisierte Abteilung für Physiotherapie wieder eröffnet werden. Mit diesen Räumen und einer neu eingerichteten Station mit 25 Betten hat das St.-Vincentius-Krankenhaus hervorragende Voraussetzungen für das erweiterte Therapieangebot geschaffen. Kurze Wege zur Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie unter der Leitung von Chefarzt Dr. Werner Schrammel und allen übrigen Abteilungen ermöglichen über die Schmerztherapie hinaus die Mitbehandlung der Grunderkrankungen künftiger Patienten.

Für den Aufbau der Abteilung haben die Verantwortlichen drei bis sechs Monate eingeplant. Weitere Stellen werden geschaffen. Die ersten Patienten können aber bereits behandelt werden.

Weitere Informationen

Dr. med. Djalintong Siregar

Der in Amsterdam geborene Niederländer mit indonesischen Wurzeln ist Facharzt für Orthopädie und für Allgemeinmedizin. Seit über zehn Jahren hat sich der hochqualifizierte Schmerzmediziner, der in Münster und Berlin studierte, auf die Schmerztherapie und konservative Orthopädie spezialisiert. Der 52jährige darf die Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie führen, legte die internationale Prüfung für Interventionelle Schmerztherapie beim World Institute of Pain (WIP) ab und erwarb 2004 die Zusatzqualifikation „Algesiologie“ (Schmerzbehandlung) der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS). Siregar plant bereits seinen Umzug mit der Familie nach Speyer, er ist verheiratet und hat vier Kinder.

 

Zahlen und Fakten zum St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer:

  • Gründung 1905
  • Träger: Krankenhausstiftung der Niederbronner Schwestern
  • 219 Betten
  • Rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • 75 Ausbildungsplätze in der Gesundheits- und Krankenpflege
  • Rund 8 000 stationäre Behandlungen pro Jahr
  • Über 15 000 ambulante Behandlungen pro Jahr
  • Abteilungen: Abteilung für Anästhesie- und Intensivmedizin, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Abteilung für Innere Medizin, Abteilung für Urologie, Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie, Abteilung für Konservative Orthopädie, Belegabteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Belegabteilung für Augenheilkunde
  • Kooperation mit der Radiologischen Praxis Speyer (Dr. Klaus Fischer/ C. Beyer)
  • Kooperation mit dem Zentrum für Nieren- und Hochdruckkrankheiten (Dres. Brasche, Ellbrück, Klooker, Weinel, P. Nagel)
  • Kooperation mit der PTO (Beratungsgesellschaft in der Physiotherapie mbH)

Leistungen der Abteilung für Konservative Orthopädie:

  • Interventionelle Diagnostik und Therapie (Fluoroskopie gestützte und CT gesteuerte Interventionen)
  • Medikamentöse Schmerztherapie
  • Psychologische Schmerztherapie (Einzelgespräche, Gruppengespräche)
  • Entspannungstherapie
  • Hochintensivierte Physiotherapie
  • Physikalische Therapie
  • Geplant: Epidurale Neurostimulation und Versorgung mit Schmerzpumpe

 

Rückblick

 

Speyer, 24.11.2010

Hygiene – Schulung statt Skandale

St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer setzt auf hohe Hygienestandards und gute Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen
Hygiene nimmt in Gesundheitseinrichtungen eine zentrale Stellung ein. Hygienefehler und Versäumnisse in diesem Bereich können fatale Folgen haben. Sie können Ursache von Infektionen sein, die Patienten gefährden, Klinikaufenthalte verlängern und hohe Zusatzkosten generieren. Skandale und Hiobsbotschaften aus diesem Bereich geraten immer wieder in die Schlagzeilen und verunsichern Patienten und Angehörige.
Im St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer hat Hygiene als Element der Patientensicherheit einen hohen Stellenwert. Umgesetzt werden die geltenden Hygiene-Leitlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI).
„Um die besondere Bedeutung herauszustellen, machen wir die Hygiene nun zum Gegenstand eines Symposiums“, erklärt Verwaltungsdirektor Klaus Diebold. Das St.-Vincentius-Krankenhaus veranstaltet zum ersten Mal einen „Speyerer Hygienetag“ für Krankenhauspersonal sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer Gesundheitseinrichtungen, wie Altenpflegeheime, Arztpraxen oder Rettungsdienste. Kompetente Referenten aus Forschung und Praxis sprechen zu aktuellen Themen der Infektionsprophylaxe und -therapie. Zusammenarbeit ist beim Thema Hygiene besonders wichtig: „Nur wenn alle ‚Rädchen ineinander greifen’, kann die Patientensicherheit umfassend gewährleistet werden“, betont Pflegedirektorin Monika Lenz-Müller. -

Multiresistente Keime, wie z.B. MRSA, machen in der häuslichen Umgebung meist keine Probleme. Kommen jedoch die oft immungeschwächten Patienten im Krankenhaus mit diesen Keimen in Berührung, können gefährliche Zusatzinfektionen entstehen, gegen die es nur noch wenige wirksame Antibiotika gibt. Multiresistente Erreger werden häufig von außen in die Krankenhäuser „mitgebracht“. Deshalb werden Patientengruppen, von denen ein gewisses Risiko ausgeht, Träger solcher Keime zu sein, im St.-Vincentius-Krankenhaus bereits bei  Aufnahme getestet. Sie bleiben zum Schutz aller übrigen Patienten auf Verdacht so lange isoliert bis sicher ist, dass keine Besiedelung oder gar Infektion mit Problemkeimen besteht.

„Das Ergebnis dieser mikrobiologischen Tests steht uns innerhalb von maximal 48 Stunden zur Verfügung“ erläutert Dr. Klaus-Peter Wresch, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, der als Ärztlicher Direktor für die Krankenhaushygiene mitverantwortlich ist. „Zu den Risikogruppen gehören zum Beispiel Patienten, die von Intensivstationen anderer Kliniken zu uns verlegt werden. Auf Verdacht isoliert werden aber auch Personen, die mit Zu- und Ableitungen (z.B. Ernährungssonden oder Blasenkathetern) aus Altenheimen zu uns eingewiesen werden. Überall dort, wo Menschen eng zusammenleben besteht die Gefahr, dass Keime – auch multiresistente Keime – sich ausbreiten.“

Diese „Vorsichtsmaßnamen“ bedeuten für Krankenhaus und Personal einen enorm gesteigerten Aufwand. Räume in der Notaufnahme, auf der Intensivstation und Zimmer auf den Stationen können zeitweise nur einzeln belegt werden. Personal und Besucher müssen bei jedem Patientenkontakt Schutzkleidung tragen. „Wir gehen zur Sicherheit unserer Patienten offensiv mit dem Thema um und hoffen auf das Verständnis der Betroffenen und deren Angehörigen“, ist Hygienefachkraft Roger Munding besonders wichtig. „Zum Glück stellt sich nur ein Drittel der auf Verdacht isolierten Patienten als tatsächlich betroffen heraus und kann entsprechend behandelt werden. Einer weiteren Ausbreitung der Erreger wird durch unser Vorgehen jedoch sicher vorgebeugt“.

„Wir erarbeiten nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts Hygiene-Standards für verschiedene Bereiche der Klinik, so zum Beispiel für die Abläufe am Krankenbett. Diese werden ständig überprüft“, betont der Hygienebeauftragte Arzt des Hauses Dr. Markus Schöneberger. Da besonders die Hände des Klinikpersonals Keime übertragen können, wird unter anderem besonderer Wert auf die richtige Händedesinfektion gelegt. Das St.-Vincentius-Krankenhaus verdeutlicht dies durch die Teilnahme an der bundesweiten „Aktion Saubere Hände“ des Aktionsbündnisses Patientensicherheit.
„In Deutschland treten etwa 500.000 Krankenhausinfektionen im Jahr auf. Diese führen zu zusätzlichem Leid der Patienten, zur Verlängerung der Krankenhausverweildauer und damit auch zu zusätzlichen Kosten. Nur durch vorausschauendes Vorgehen, wie im St.-Vincentius-Krankenhaus, kann diese Gefahr minimiert werden“, erklärt Dr. Sebastian Kevekordes vom Gesundheitsamt Rhein-Pfalz-Kreis.
Für den Speyerer Hygienetag im St.-Vincentius-Krankenhaus haben sich über 100 Ärztinnen und Ärzte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Krankenhäusern, Arztpraxen und Altenpflegeeinrichtungen der Region angemeldet. Diese erwartet ein interessantes Programm mit aktuellen Vorträgen rund um Infektionsprophylaxe und entsprechende Therapien. Fachreferenten aus Forschung und Praxis aus Freiburg, Heidelberg und Speyer sprechen unter anderem zu „Hygienemaßnahmen in Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen – Was ist erforderlich, was ist sinnvoll?“ oder die Umsetzung der „Aktion Saubere Hände“ am Beispiel der Intensivstation am St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer.

Hintergrundinformationen

MRSA
MRSA steht für „Methicillinresistenter Staphylokokkus Aureus“. Es handelt sich nicht etwa um einen neuen Krankenhauskeim, sondern um ein Bakterium, das auch außerhalb von Kliniken bei Menschen auf der Haut, in der Nase oder im Rachen vorkommt ohne krank zu machen. In manchen Fällen allerdings verursachen diese Keime Infektionen, die mit Antibiotika behandelt werden müssen. MRSA-Stämme der Staphylokokkenbakterien sind resistent gegen verschiedenste Antibiotika, das heißt diese wirken nicht mehr und es bleiben im Fall einer Infektion nur noch wenige Medikamente zur Behandlung übrig.
MRSA kann sich bei allen Personen, die mit dem Träger in Kontakt kommen – also auch bei Angehörigen, Pflegepersonal oder Ärzten – auf der Haut oder in der Nase ansiedeln. Von dort aus kann das Bakterium vor allem über Hände weiter verbreitet werden.

Aus diesem Grund werden im St.-Vincentius-Krankenhaus folgende Maßnahmen ergriffen:

  • Unterbringung im Einzelzimmer bei Verdacht auf oder bestätigter Besiedelung/ Infektion mit Problemkeimen
  • Schutzkittel, Mund-/ Nasenschutz, Kopfhaube und Handschuhe für alle, die das Zimmer betreten zur Verhinderung der Keimübertragung in die Umgebung.

Notwendige Hygienemaßnahmen:

  • An das individuelle Testergebnis angepasste Maßnahmen zur Beseitigung der Keimbesiedelung bzw. Infektion (z.B. desinfizierende Waschlotion für Haut- und Haare, tgl. Wäschewechsel nach der Körperpflege, desinfizierende Nasensalbe und Mundspüllösung, besondere Verbandhygiene, angepasste Antibiotikatherapie…)

Ergebniskontrolle:

  • In festgelegten zeitlichen Abständen werden Abstriche genommen, um den Erfolg der Behandlung zu kontrollieren
  • Sind die Befunde an drei aufeinander folgenden Tagen negativ, kann die Isolation aufgehoben werden


Wie entstehen Resistenzen gegen Antibiotika?
Nach Entdeckung des Penicillins 1928 dachte man seit den Wirtschaftswunderjahren nach dem 2. Weltkrieg, durch Bakterien ausgelöste Infektionskrankheiten für immer besiegt zu haben. Inzwischen jedoch sind diese Medikamente durch die Zunahme von Resistenzen nicht mehr verlässlich effektiv. Auch in Deutschland nimmt die Problematik der Antibiotikaresistenz zu.

  • Mikroorganismen vermehren sich unter guten Bedingungen sehr schnell. Eine „Generation“ ist oft in weniger als 30 Minuten erneut reif zur Teilung. Durch diesen Umstand können sich positive Mutationen für die Lebensfähigkeit von Keimstämmen sehr schnell durchsetzen.
  • Eine wichtige Ursache für die Resistenzbildung von Bakterien ist die unkritische Verschreibung von Antibiotika. Zum Beispiel werden gegen Alltagsinfektionen wie Erkältungen häufig „vorsichtshalber“ Antibiotika eingesetzt, obwohl diese hauptsächlich durch Viren verursacht werden. Gegen Viren haben Antibiotika keinerlei Wirkung. Antibiotika sollten deshalb nur eingesetzt werden, wenn sie eindeutig begründet sind. Dies gilt zum Beispiel für fieberhafte Infekte mit eindeutigen Zeichen bakterieller Ursache wie Eiterbildung oder gelbem Auswurf beim Husten. Die Therapie muss dann konsequent zu Ende geführt werden, damit alle Keime sicher abgetötet werden.
  • Auch durch zu niedrig dosierte Antibiotika können Bakterien Resistenzen ausbilden und Resistenzgene untereinander austauschen. Dieser Genaustausch findet insbesondere in Krankenhäusern statt, wo unterschiedliche Bakterienstämme in Kontakt miteinander kommen können.
  • Ein weiterer kritischer Punkt ist der unzureichende Abbau von Antibiotika im Körper. Dadurch gelangen Medikamentenreste ins Abwasser und Bakterien können Resistenzen in den Abwasserkanälen bzw. Kläranlagen ausbilden.
  • Eine weitere Ursache für die immer schnellere Verbreitung von Resistenzen ist die Verwendung von Antibiotika in der landwirtschaftlichen Tierzucht.

 

Speyer, 16.08.2010

Chefarztwechsel im St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer

Dr. med. Manfred Aymar geht nach 15jähriger Tätigkeit in den Ruhestand Dr. med. Werner Schrammel neuer Chefarzt

Versorgung von Verletzten, Endoprothetik und neuer Schwerpunkt Wirbelsäulenverletzungen

Nach über 15-jähriger Tätigkeit als Chefarzt der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer tritt Dr. Manfred Aymar (67) in den Ruhestand. Neuer Chefarzt wird ab 16. August 2010 Dr. Werner Schrammel (47) - die Abteilung wird zur Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie. Werner Schrammel, zuletzt Leitender Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Klinikum Stuttgart, wird die Arbeit seines Vorgängers weiterführen und weitere Schwerpunkte aufbauen.
„Dass wir mit Dr. Schrammel einen qualifizierten Unfallchirurgen und Orthopäden gewinnen konnten hat für uns, für Speyer und die Region eine große Bedeutung. Hat doch das
St.-Vincentius-Krankenhaus alleinig den Auftrag zur Behandlung Schwer-Unfallverletzter in Speyer und der Region Region durch den gesetzlichen Unfallversicherungsträger (Verletzungsartenverfahren). Außerdem können wir mit ihm auf die Erfolge von Dr. Aymar aufbauen und das vorhandene gute Spektrum weiter ausbauen.“, erklärt Rolf Voßhoff, Geschäftsführer der Krankenhaus-Stiftung der Niederbronner Schwestern.
Die Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie erlangte unter der Leitung des scheidenden Chefarztes Dr. Manfred Aymar einen überregionalen Ruf in der Traumatologie und Endoprothetik. Besonders wichtig war es ihm, die Mobilität der Patienten zu erhalten bzw. zurück zu gewinnen. Neuen medizinischen Entwicklungen blieb er stets aufgeschlossen.

Dr. Aymar mit seinem Nachfolger Dr. Schrammel

Den neuen Chefarzt haben Krankenhausleitung und -träger sehr sorgfältig ausgesucht. Dr. Werner Schrammel hat den Großteil seiner ärztlichen Tätigkeit an der BG-Unfallklinik Ludwigshafen geleistet – mit Ärzten aus diesem Haus gibt es im St.-Vincentius-Krankenhaus sehr gute Erfahrungen. Der geborene Mannheimer studierte Medizin in Heidelberg und Mannheim, die daran anschließenden 18 Monate seines Arztpraktikums absolvierte er in der BGU Ludwigshafen. Hier lernte er auch Dr. Aymar kennen, der zu dieser Zeit dort Leitender Oberarzt war, bevor er 1995 als Chefarzt ans St.-Vincentius-Krankenhaus kam. Danach war Schrammel Assistenzarzt in der BG-Unfallklinik Ludwigshafen und im Vinzentius-Krankenhaus Landau. 2006 wechselte er als Oberarzt ins Klinikum Stuttgart. Seit 2009 war er dort Leitender Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie und arbeitete als Leiter spinale Unfallchirurgie verantwortlich mit an der Gründung des interdisziplinären Wirbelsäulenzentrums. Der Vater zweier Söhne im Teenageralter wohnt in Mannheim und ist Facharzt für Chirurgie sowie Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit den Zusatzbezeichnungen Sportmedizin und Notfallmedizin.

„Ich wollte sehr gerne wieder in der Pfalz arbeiten, da ich sehr gut mit den Menschen hier auskomme“, erklärt Schrammel. „Es reizt mich, die Schwerpunkte der Abteilung von Dr. Aymar, dessen Arbeit ich gut kenne und sehr schätze, weiter zu führen und zu erweitern“, führt er aus. Das Spektrum der künftigen Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie umfasst die ganze Bandbreite. Bewährte Systeme der Endoprothetik einschließlich der computergesteuerten Navigation oder arthroskopischer Verfahren werden weiter geführt und ggf. ergänzt. Hinzukommen sollen die Handchirurgie, die Fußchirurgie und vor allem die Wirbelsäulenchirurgie. Das macht das Haus auch für weitere Spezialisten interessant.

Für Schrammel selbstverständlich ist die weiterhin gute Zusammenarbeit mit den Niedergelassenen und Rettungsdiensten. „Wichtig ist aber vor allem, dass sich die Patienten bei uns gut aufgehoben wissen“, betont er.

Der neue Chefarzt übernimmt eine Abteilung mit 51 Planbetten und ein Team, das immer den medizinisch-technischen Entwicklungen gefolgt ist. Manfred Aymar legte stets Wert auf den Einsatz modernster Endoprothesensysteme, neueste Implantate und Instrumente sowie die Entwicklung neuer Methoden, wie zum Beispiel die Kyphoplastie. Hierbei handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung von Wirbelfrakturen bei Osteoporose. Auch das röntgenstrahlenfreie, computergesteuerte Navigationssystem ist in Speyer schon seit Jahren im Einsatz. Das Gerät hilft dem Operateur beim Einsatz von Hüft- oder Knieendoprothesen, die funktional optimale Position des künstlichen Gelenkes zu erreichen.

„Dr. Schrammel hat eine gute Ausbildung bekommen und in renommierten Kliniken gearbeitet, ich wünsche ihm alles Gute für seine Arbeit in Speyer und dass er die Erwartungen, die in ihn gesetzt werden, erfüllen kann.“, gibt der künftige Pensionär seinem Nachfolger mit auf den Weg.

 

Speyer, den 30.06.2010

Wann macht Schlaf krank? Das Gesundheitsrisiko nächtlicher Atemstörungen

Über 40 höchst interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer hatte am vergangenen Mittwoch die Veranstaltung zum Thema „Wann macht Schlaf krank?“ im St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer. Schlafmediziner und Lungenfacharzt Dr. Oliver Jung informierte über das Gesundheitsrisiko nächtlicher Atemstörungen und erklärte im Schlaflabor „zum Anfassen“, wie Schlaf- und Atemstörungen diagnostiziert und behandelt werden. Dabei standen er und sein Team auch für zahlreiche Fragen und Gespräche zur Verfügung.

Symptome einer ernstzunehmenden Schlafstörung sind lautes und unregelmäßiges Schnarchen, Atempausen im Schlaf, Chronische Tagesmüdigkeit oder unruhiger Schlaf durch Arm- und Beinbewegungen. „Ab fünf Atemstillständen in der Stunde sollte unbedingt eine Therapie beginnen“, machte der Fachmann deutlich. Warum das so ist, erklärte er plastisch anhand von Aufzeichnungen von Patienten im Schlaflabor. „Atmung, Sauerstoffgehalt des Blutes, EEG, EKG, Puls, Blutdruck und Körperbewegungen zeigen dem Schlafmediziner genau welche Störungen vorliegen und welche Auswirkungen diese auf den Körper haben“, führt er weiter aus. Während ein gestörter Schlafrhythmus zu erheblicher Tagesmüdigkeit führt – etwa 20 % der schweren Verkehrsunfälle sind in diesem Zusammenhang zu sehen – entsteht über die Ausschüttung von Stresshormonen durch nächtliche Atempausen eine chronische Kreislaufbelastung. Hierdurch drohen Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall oder die Begünstigung von Diabetes.
Seit März leitet der Lungenfacharzt und Schlafmediziner Dr. Oliver Jung das Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin am St.-Vincentius-Krankenhaus. Im Mittelpunkt steht ein hochmodernes Schlaflabor mit vier Betten. Unterstützt wird er dabei von einem erfahrenen und motivierten Team, eine Mitarbeiterin arbeitet bereits über 12 Jahre in der Schlafmedizin. Patienten können hier professionell ambulant, und wenn nötig auch stationär, untersucht und behandelt werden. Zur Abklärung von Schlafproblemen wird zusätzlich eine Sprechstunde angeboten. Die Überweisung für die ambulante Diagnostik und Therapie wird vom voruntersuchenden HNO-Arzt übernommen. Stationär kann die Einweisung auch über den Hausarzt erfolgen. Für die Diagnostik und Therapieeinleitung einer schlafbezogenen Atemstörung werden zwei oder drei Nächte im Schlaflabor benötigt.
In der Schlafmedizin hat sich in den vergangenen Jahren viel bewegt. Auch weiß man inzwischen, dass gestörter Schlaf in direktem Zusammenhang mit schweren Krankheiten stehen kann. Ziel der Informationsveranstaltung war es, auf die Risiken von Schlafstörungen hinzuweisen und genau den Ablauf der Diagnostik und Behandlung im Schlaflabor darzustellen. Rund um den ausgestellten Überwachungsplatz konnten Interessierte und Betroffene das Vorgehen verstehen und zahlreiche Fragen an die Fachleute zu persönlichen Geschichten und den modernen Geräten stellen. „Eine rundum gelungene Veranstaltung“, waren sich Besucher und Organisatoren einig. „Ich melde mich gleich Morgen früh an“, erklärte ein sehr interessierter Teilnehmer, bevor er sich auf den Weg nach Hause machte.

Speyer, den 04.03.2010

Regionale Versorgungslücke geschlossen. Neues Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin eröffnet am St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer.

Gesunder Schlaf ist lebenswichtig. Ein großer Teil der Bevölkerung klagt über Schlafstörungen. Ursachen können neben seelischen auch somatische Gründe sein. Relativ häufig ist auch das Schnarchen. Diese Beschwerden sollten sehr ernst genommen und durch erfahrene Schlafmediziner untersucht werden.

Das St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer eröffnet ein Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin. Damit bietet die Klinik erstmals eine Versorgung von Patienten mit schlafbezogenen Erkrankungen an und schließt eine regionale Versorgungslücke im Raum Speyer und Umgebung. In die Ausstattung des Zentrums investiert das Krankenhaus etwa 100.000 Euro.

Im Mittelpunkt steht ein modern eingerichtetes Schlaflabor mit 4 Betten. Patienten können hier professionell ambulant und stationär untersucht und behandelt werden. Zur Abklärung von Schlafproblemen wird zusätzlich eine Sprechstunde angeboten. Das Schlaflaborteam arbeitet unter der Leitung von Lungenfacharzt und Somnologe (Schlafmediziner) Dr. Oliver Jung.

In vier Räumen, die sich in einem ruhigen Bereich des Krankenhauses befinden, können zukünftig Patienten mit vermuteten Schlaf- oder Atemstörungen während des Schlafes überwacht und untersucht werden. Kernstück des neuen Schlaflabors am St.-Vincentius-Krankenhaus ist ein Technik- und Auswertungsraum, in dem alle Befunde und Daten zusammen laufen. Möglich wird dies durch ein modernes Polysomnografiesystem mit hochspezieller Software zur Aufzeichnung und Auswertung des Schlafvorganges. Neben der Hirnstromkurve (EEG) und EKG-Werten werden Puls, Blutdruck, Körperbewegungen, die Sauerstoffsättigung sowie die Atemtätigkeit während des Schlafes aufgezeichnet. Diese Daten ermöglichen dem Somnologen, Rückschlüsse auf schlafassoziierte Erkrankungen zu ziehen.

„Gesunder Schlaf ist lebenswichtig. Schlaf ist nicht ‚Abschalten’ bis zum Morgen sondern ein aktiver Prozess. Besonders im Tiefschlaf findet die Regeneration des Körpers mit seinen Organen statt. Im Traumschlaf, so nehmen wir an, werden die Tagesgeschehnisse psychisch verarbeitet und Erlerntes wiederholt und vertieft.“, erklärt der Leiter des Zentrums für Schlaf- und Beatmungsmedizin Dr. Oliver Jung. Der Lungenfacharzt und Schlafmediziner betont, wenn der Schlaf seine wichtige Funktion verliere, also äußere Einflüsse, Krankheiten oder andere Störungen den Tief- und Traumschlaf verhindern, der Schlaf nicht nur nicht erholsam, sondern sogar schädlich sein könne!

Woran kann man Schlafstörungen erkennen?
Manche Menschen denken, sie haben einen guten Schlaf, nur weil sie vermeintlich tief durchgeschlafen haben. Trotzdem fehlt die Leistungsfähigkeit am Tage. Die Reserven sind schnell aufgebraucht und spätestens am Nachmittag drängt sich eine massive Müdigkeit auf. Ein spontanes Einnicken in ruhigen Momenten ist möglich, und mancher fährt aus Angst vor Sekundenschlaf kein Auto mehr. Diese Probleme werden hingenommen und mit „müden Knochen“, „einem schwachen Herzen“ oder „dem Alter“ erklärt. Hinweise auf Schlafstörungen wie Schnarchen, besonders mit Atempausen, unregelmäßige Atmung im Schlaf und unruhige Bewegungen, meist der Beine, sollten Betroffene aber aufhorchen lassen.

Schnarchen kann harmlos, aber auch der Feind im Bett sein. Dieses gilt nicht nur in Bezug auf die Lärmbelästigung. Schnarchen kann zu rhythmischen Störungen der Atmung führen, in schweren Fällen bis hin zu gefährlichen Atempausen. Diese setzen das Gehirn regelmäßig in einen Alarmzustand – Fachausdruck: Arousal. Dadurch wird ein normaler Schlafrhythmus ständig unterbrochen und ein Übergang in Tief- und Traumschlaf verhindert. Daneben führen die ständigen „Alarmierungen“ zur Ausschüttung von Stresshormonen. Es kommt zu Herzrasen und hohem Blutdruck. Die Kreislaufbelastung in solchen Situationen ist z.B. mit einer Fahrradfahrt mit über 100 Watt Belastung vergleichbar und das nicht selten die ganze Nacht hindurch.

Während der gestörte Schlafrhythmus zu einer erheblichen Tagesmüdigkeit führen kann und unmittelbar die Lebensqualität beeinträchtig, wird die chronische Kreislaufbelastung zum heimlichen Killer. Neben der Entwicklung oder Verschlechterung eines arteriellen Bluthochdrucks führt der Stress für das Kreislaufsystem zu einem deutlich erhöhten Auftreten von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Neue Erkenntnisse belegen, dass bei Übergewichtigen die Entstehung eines Diabetes mellitus begünstigt oder die Einstellung des Blutzuckers bei schon vorliegender Erkrankung erschwert ist.

Das Auftreten von Atemstörungen im Schlaf zusammen mit Beschwerden und Symptomen wird als Schlaf-Apnoe-Syndrom bezeichnet. Mediziner gehen heute davon aus, dass ungefähr jeder zwanzigste in der Bevölkerung betroffen ist. Typische Symptome sind neben den schon genannten: häufiger nächtlicher Harndrang, Unruhe und Schwitzen im Schlaf, morgendlicher Kopfschmerz und Mundtrockenheit sowie Konzentrationsstörungen und eine erhebliche Tagesmüdigkeit. Tückisch ist der schleichende Beginn, häufig im Zusammenhang mit Gewichtszunahme und akuter Verschlechterung nach vermehrtem Rauchen oder Alkoholkonsum am Abend.

Was ist zu tun? Betroffene sollten bei typischen Beschwerden mit ihrem Hausarzt sprechen. Bleibt der Verdacht auf nächtliche Atemstörungen bestehen, erfolgt die Untersuchung und bei Bedarf Therapieeinleitung im Schlaflabor. Meist ist dafür eine Maskentherapie mit Unterstützung der Atmung im Schlaf erforderlich. Nach ca. 2 Wochen ist mit einem deutlich spürbaren Therapieerfolg zu rechnen.

Alternativ ist auch vorab eine Vorstellung durch einen Internisten in unserer Schlaflaborsprechstunde möglich. Kontakttelefonnummer am St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer: (0 62 32) 133-378

Für weitere Fragen stehen Ihnen gerne zur Verfügung:
St.-Vincentius-Krankenhaus, Holzstr. 4a, 67346 Speyer

Dr. Oliver Jung – Leiter Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin
Tel: (0 62 32) 133 – 0 Email: o.jung@vincentius-speyer.de

Speyer, den 11.02.2010

Hochmoderne Pflegestation im St.-Vincentius-Krankenhaus feierlich eröffnet. Weitere Investitionen und Baumaßnahmen sorgen für Zukunftsfähigkeit

Krankenhäuser sehen sich immer stärkerem Druck ausgesetzt. Dennoch, das St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer investiert in die Modernisierung und in die Zukunft. Derzeit wird die aufwändige Sanierung des Bettenhauses vorbereitet. Dabei geht die Krankenhausleitung auch neue Wege, damit der Krankenhausbetrieb reibungslos weiter laufen kann.

Vielleicht erinnern Sie sich, eine neue Station war Ende November von Spezialtransportern angeliefert und mit Hilfe eines 500-Tonnen-Spezialkrans montiert worden. Danach begann der Innenausbau, der in dieser Woche abgeschlossen wurde. Auf einer Fläche von rund 500 qm ist eine hochmoderne Pflegestation mit 2- und 3-Bettzimmern und integrierten Nasszellen (barrierefreie Dusche/ WC) für 25 Patienten entstanden. Die Station wurde im Innenhof des St.-Vincentius-Krankenhauses Richtung Geisselstraße an das Haus D „angedockt“. Eine Herausforderung, denn die Station musste dazu auf Stelzen gestellt werden. Die Gesamtkosten für die Modulstation und deren Einrichtung belaufen sich auf etwa 1 Mio. Euro, diese investiert der Träger des St.-Vincentius-Krankenhauses.

Am Donnerstag, den 11. Februar wird die neue Station im Rahmen einer Feier, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Patienten, Besuchern und Interessierten, feierlich eingeweiht. Krankenhausseelsorger Pfarrer Benedikt Handrick segnet die Räumlichkeiten, damit die zukünftigen Patienten und Mitarbeitenden unter besten Vorzeichen „einziehen“ können. Ab 15. Februar wird die neue Station mit ihren Patientinnen und Patienten in Betrieb gehen.

Da noch weiterer Raum für die geplante Modernisierung benötigt wird, beginnt ab 21. Februar der erste Teil der Renovierungsmaßnahmen am Bettenhaus A des Krankenhauses. Die drei Obergeschosse werden zur vorübergehenden Unterbringung von Patienten vorbereitet, der gesamte Sanitärbereich in diesem Gebäudeteil wird erneuert.

Weitere Maßnahmen sind auch für die Erneuerung der Stromversorgung und des baulichen Brandschutzes vorgesehen. Durch die Fassadensanierung an der Nord- und Südseite wird das Krankenhaus auch nach außen hin sein Gesicht verändern. Etwa 100 Fenster werden ausgetauscht. Außerdem ist aus energiewirtschaftlichen Gründen eine umfassende Fassadensanierung mit einem Wärmedämmverbundsystem geplant.

„Trotz dieser großen Baumaßnahme wird es für die Patientenversorgung keine Einschränkungen geben.“, betont der stellvertretende Verwaltungsdirektor Klaus Diebold. Das Bettenhaus A I wird komplett abgeschottet, so dass Baulärm und -schmutz in der Baustelle bleiben. Im Erdgeschoss bleibt der Durchgang für Mitarbeiter und Besucher erhalten. Auf den anderen Etagen werden Umleitungen ausgeschildert.

Etwa 2,6 Millionen Euro werden in diese Renovierung investiert. Das Landesministerium stellt einen Zuschuss in Höhe von fast 2,1 Millionen Euro - aus Mitteln des Landes und aus dem Konjunkturprogramm II des Bundes - bereit. Die Bewilligungsurkunde übergab die zuständige Ministerin Malu Dreyer im vergangenen Herbst bei einem Besuch in Speyer.

Die nun beginnende Renovierung von Haus A I wird bis Ende September 2010 abgeschlossen sein. Das Krankenhaus plant, direkt im Anschluss mit dem zweiten Bauabschnitt zu beginnen. Es werden ansprechend gestaltete, moderne Pflegestationen entstehen. Die Planungen für den 2. Bauabschnitt sind in vollem Gange.

Für weitere Fragen stehen Ihnen gerne zur Verfügung:
St.-Vincentius-Krankenhaus, Holzstr. 4a, 67346 Speyer

Klaus Diebold – Stellvertretender Verwaltungsdirektor
Tel: (0 62 32) 133 – 0 Email: k.diebold@remove-this.vincentius-speyer.de

Monika Lenz-Müller – Pflegedirektorin
Tel: (0 62 32) 133 – 0 Email: m.lenz-mueller@remove-this.vincentius-speyer.de

St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer © 2011