Hygiene

„Schlechte Krankenhaus-Hygiene – Superbakterien haben leichtes Spiel“ (Spiegel Online, 15.10.2007). Es waren Schlagzeilen wie diese, die Ärzte, Schwestern und Patienten aufrüttelten und schließlich auch den Gesetzgeber auf den Plan riefen. Aus dem „Seuchenschutzgesetz“  wurde das „Infektionsschutzgesetz“ und Hygienemaßnahmen rückten immer mehr ins Rampenlicht des öffentlichen Interesses. Aber können immer neue Vorschriften und Haftungsandrohungen alleine zu einer besseren und sichereren Behandlung unserer Patienten führen?

Die Akzeptanz stärken

Händedesinfektion ist die wichtigste Hygienemaßnahme

Wir, das Hygiene-Team im Sankt Vincentius Krankenhaus Speyer, sind davon nicht überzeugt  und suchen daher stets praktikable Wege, Hygiene-Leitlinien in unseren Arbeitsalltag zu integrieren. Denn jede Vorgabe lebt von der realistischen Möglichkeit zur Umsetzung durch die Praktiker vor Ort.

Ein wichtiger Faktor ist die Akzeptanz des Hygiene-Teams bei den Mitarbeitern. Doch diese lässt sich nicht mit dem erhobenen Zeigefinger erreichen. Die Hygienefachkraft, die Hygienebeauftragte Ärztin und der Ärztliche Direktor stehen gemeinsam für ein neues Image der Hygiene, mit dem sich überzeugen und begeistern lässt.
Wie geht das konkret? Die Hygiene-Standards für unser Krankenhaus werden auf Grundlage der Richtlinien des Robert-Koch-Instituts in einem „Arbeitskreis Hygiene“ von den Mitarbeitern selbst angepasst und weiterentwickelt. Diesem Arbeitskreis gehören außer dem Hygiene-Team Oberärzte aus allen Fachabteilungen, die Pflegedirektion, Pflegefachkräfte verschiedener Stationen und eine Vertreterin der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege an. Sie gewährleisten, dass die Regelungen für unser Krankenhaus an die Fragestellungen des Alltags angepasst und für alle verständlich und umsetzbar sind.
In Zeiten immer höherer Arbeitsdichte, Kostendrucks und Personalmangels spielt die Integration von hygienerelevanten Abläufen wie der Händedesinfektion in die Arbeitsprozesse selbst eine große Rolle. Durch sinnvolle Strukturierung und Organisation von Handlungsabläufen lassen sich Zeit sparen und Hygienerisiken minimieren. Regelmäßig geschult werden müssen alle Berufsgruppen, die in direktem Patientenkontakt stehen.

St.-Vincentius-Krankenhaus Speyer © 2011